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Der Presserat (Raad voor de Journalistiek) ist eine unabhängige Selbstregulierungsorganisation des flämischen Pressewesens in Belgien. Als regierungsunabhängige Organisation behandelt der Presserat Fragen und Beschwerden der Bürger in Bezug auf die Print- und audiovisuellen Medien.

Der Presserat wurde 2002 von flämischen Journalistenverbänden, Verlegern und Pressehäusern gegründet. Er wird zur Hälfte von den Verlegern und Pressehäusern und zur anderen Hälfte vom flämischen Journalistenverband (Vereniging van Vlaamse Journalistiek) finanziert, der dafür Subventionen von der Flämischen Region erhält.

Der Presserat setzt sich aus 18 Mitgliedern zusammen: 6 Journalisten, 6 Vertreter der Verleger und Pressehäuser sowie 6 Mitglieder, die nicht der Pressewelt angehören. Der heutige Vorsitzende ist Richter beim belgischen Staatsrat.

Der Generalsekretär ist zugleich Ombudsmann des Presserates. Er beantwortet Fragen und Beschwerden der Bürger bezüglich der journalistischen Berufsethik. Bei Vorliegen einer Beschwerde wird zunächst nach einer gütlichen Einigung gesucht. In vielen Fällen gelingt es ihm, eine befriedigende Lösung für den Beschwerdeführer und den Journalisten bzw. die betroffene Medienorganisation zu finden.

Kann keine gütliche Regelung erzielt werden, wird der Fall dem Presserat vorgelegt. Nach Anhörung der Parteien entscheidet dieser in der Angelegenheit. Seine Entscheidungen werden auf der Website des Presserates und in der Fachzeitschrift "De Journalist" veröffentlicht. Der Presserat kann darüber hinaus die Veröffentlichung einer Gegendarstellung in dem betroffenen Presseorgan bzw. Programm verlangen.

Alle von einer journalistischen Verhaltensweise betroffenen Bürger und Organisationen können beim Presserat Beschwerden einreichen, und zwar ausschließlich auf schriftlichem Wege. Das Verfahren ist kostenlos.

Der Presserat will dem Bürger einen schnellen und kostenlosen Dienst anbieten, um etwaige, von den Medienorganisationen verursachte Fehler zu berichtigen. Der Presserat will auch als Diskussionsforum bezüglich der journalistischen Deontologie fungieren. Sein erklärtes Ziel ist es, die Regeln der guten journalistischen Praxis sowie die ethischen und professionellen Normen des Journalismus zu erhalten und zu fördern.